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Sonderausstellung "Hellmut Bruch"
2026
Die Veranstaltung
Anlässlich des 90. Geburtstags von Hellmut Bruch widmet das Museum Liaunig dem international renommierten Künstler eine umfassende Retrospektive. Die von Günther Dankl kuratierte Ausstellung würdigt einen der bedeutendsten Vertreter der konkret-konstruktiven Kunst im deutschsprachigen Raum.
Seit den späten 1960er-Jahren verfolgt Hellmut Bruch einen künstlerischen Weg von außergewöhnlicher Konsequenz. Sein Werk basiert auf zwei grundlegenden Prinzipien: der Reduktion auf das Wesentliche und der Offenheit der Form als Einladung zu eigenständigem Denken. Aus dieser Haltung entwickelte sich eine unverwechselbare Bildsprache, die mathematische Ordnung, philosophische Reflexion und sinnliche Wahrnehmung miteinander verbindet.
Die Retrospektive zeichnet die Entwicklung von den frühen experimentellen Arbeiten bis zu den aktuellen Werken nach. Im Mittelpunkt stehen Skulpturen und plastische Arbeiten aus Edelstahl und Acrylglas, Materialien, deren besondere Eigenschaften Bruch seit Jahrzehnten für seine künstlerischen Fragestellungen nutzt. Licht, Reflexion und Transparenz werden dabei zu zentralen Gestaltungsmitteln. Die formale Sprache des Künstlers ist bewusst reduziert. Linien, Kreise, Quadrate und Rechtecke bilden die Grundlage eines Werkes, das sich mit den Gesetzmäßigkeiten von Proportion, Wachstum und Ordnung auseinandersetzt. Viele Arbeiten folgen den Strukturen der Fibonacci-Zahlenfolge und entwickeln daraus „offene Formen“, die über ihre materiellen Grenzen hinausweisen und die Betrachterinnen und Betrachter in einen Prozess des Mitdenkens einbeziehen.
Eine besondere Rolle spielt der Kreis, den Bruch als Symbol für Einheit, Ganzheit und Unendlichkeit versteht. Durch die Verbindung von geometrischer Klarheit und dem immateriellen Medium Licht entstehen Werke, die weit mehr sind als formale Konstruktionen: Sie werden zu Denk- und Erfahrungsräumen, in denen Wahrnehmung und Erkenntnis miteinander verschmelzen.
Die Ausstellung macht sichtbar, wie Hellmut Bruch die Tradition der konkreten Kunst um eine existenzielle Dimension erweitert hat. Seine Arbeiten verstehen Form nicht nur als Ausdruck von Ordnung, sondern auch als Träger von Bedeutung und als Instrument der Erkenntnis. Gerade in ihrer Konzentration auf elementare Mittel entfalten sie eine besondere geistige Weite und zeitlose Aktualität.









